DMS in der Steuerkanzlei einführen:
Ablageplan, Workflows und DocuWare im Kanzleialltag

Irgendwo im Büro stapeln sich Ordner. Im E-Mail-Postfach liegen Bescheide, die eigentlich längst bearbeitet sein müssten. Und wenn ein Kollege krank ist, sucht die halbe Kanzlei nach dem Vorgang, den nur er kennt. Kommt dir das bekannt vor? Dann bist du nicht allein – und du bist auch nicht schuld daran. Die meisten Steuerkanzleien sind über Jahre gewachsen, und die Ablage ist einfach mitgewachsen. Irgendwie hat es immer funktioniert. Aber „irgendwie“ reicht heute nicht mehr.
Die Finanzverwaltung sendet Bescheide digital. Mandanten erwarten schnelle Rückmeldungen. Das Team arbeitet hybrid. Und der nächste Datenschutz-Audit kommt bestimmt. Die Frage ist also längst nicht mehr ob du ein Dokumentenmanagementsystem einführst – sondern wie du es so einführst, dass es wirklich funktioniert. Denn ein DMS allein löst deine Probleme nicht. Was es braucht, ist Struktur. Klare Prozesse. Und ein System, das zu deiner Kanzlei passt – nicht umgekehrt.
Genau darum geht es in diesem Artikel.

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Warum gerade jetzt: DIVA & NACHDIGAL als Treiber

Es gibt einen Grund, warum das Thema DMS in Steuerkanzleien gerade so viel Fahrt aufnimmt – und der kommt nicht aus dem Büro, sondern von der Finanzverwaltung selbst.

Mit DIVA (Digitale Verwaltungsarbeit) und NACHDIGAL (Nachbearbeitungs-Digitalisierung) hat die Finanzverwaltung in den letzten Jahren konsequent auf digitale Kommunikation umgestellt. Steuerbescheide, Prüfungsankündigungen, Einspruchsentscheidungen – all das landet heute nicht mehr nur per Post im Briefkasten, sondern digital im System. Und das in einem Tempo und Volumen, das manuell schlicht nicht mehr beherrschbar ist.

Was bedeutet das konkret für deinen Kanzleialltag?

Ein Bescheid kommt digital an. Er muss geprüft, archiviert und dem zuständigen Mitarbeiter zugeordnet werden. Einspruchsfristen laufen. Der Mandant muss informiert werden – idealerweise nicht per ausgedrucktem Brief, sondern schnell und nachvollziehbar.

Genau hier spielt die Integration von DocuWare mit Addison und AKTE ihre Stärke aus. Der Bescheid wird automatisch erfasst, im richtigen Mandantenordner abgelegt und direkt in den Prüfworkflow gegeben. Die Weiterleitung an den Mandanten kann per E-Mail erfolgen – oder noch eleganter: direkt über Addison OneClick, sodass der Mandant alles in seiner gewohnten digitalen Umgebung empfängt.

Kanzleien, die das noch manuell abwickeln, zahlen dafür täglich einen Preis: in Arbeitszeit, in Fehleranfälligkeit und im schlimmsten Fall in versäumten Fristen.
DIVA und NACHDIGAL sind kein fernes Zukunftsthema. Sie sind bereits Realität – und sie sind einer der stärksten Gründe, warum ein gut eingeführtes DMS heute kein Nice-to-have mehr ist, sondern ein echtes Werkzeug für die arbeitsfähige Kanzlei von morgen.

DocuWare in der Wolters Kluwer Welt mit AKTE und ADDISON

Wer in einer Steuerkanzlei mit AKTE oder Addison arbeitet, hat bei der Wahl eines DMS einen klaren Heimvorteil: DocuWare ist in beide Systeme integriert wie bei Datev nur ist das Datev eigene DMS bei weitem nicht mit DocuWare zu vergleichen.

Die Grundintegration funktioniert über die DocuWare Recherche und den DocuWare Briefkorb, die direkt in AKTE eingebettet sind. Mitarbeiter können so, ohne das System zu wechseln, auf archivierte Dokumente zugreifen und Dokumente, Auswertungen und Steuererklärungen aus AKTE heraus ablegen. Das klingt unspektakulär – spart aber täglich wertvolle Klicks und Kontextwechsel.

Wer jedoch mit modernen DocuWare Workflows und Formularen arbeitet, wird schnell feststellen: Hier entfaltet sich das volle Potenzial im DocuWare WebClient. Freigabeprozesse, Bescheidprüfungen, Posteingangsrouting – all das läuft deutlich flüssiger und übersichtlicher, wenn man die Workflow-Oberfläche direkt nutzt, statt alles durch die AKTE-Integration zu zwingen.

Die Datenbankanbindung funktioniert eng und stabil mit AKTE – Mandantenstammdaten, Zuständigkeiten und Abgleiche mit dem Post- und Fristenbuch sowie individuelle Integrationen. Mit Addison hingegen ist die direkte Datenbankverbindung technisch deutlich aufwändiger und in der Praxis nur eingeschränkt umsetzbar. Das sollte bei der Projektplanung von Anfang an realistisch berücksichtigt werden.
Ein weiterer zentraler Baustein im Kanzleialltag ist die Arbeit mit eNachrichten: Dokumente werden direkt angehangen, weitergeleitet und im Workflow verarbeitet – ein Kanal, der in vielen Kanzleien mittlerweile mehr Gewicht hat als die klassische E-Mail intern.

Und ganz neu, aber bereits mit großem Praxispotenzial: Die Anbindung von DocuWare an Addison OneClick ermöglicht es, Briefe und Bescheide direkt aus dem Workflow voll- oder teilautomatisiert heraus in das Mandantenportal hochzuladen. Der Mandant erhält seine Dokumente in seiner gewohnten Umgebung, ohne Medienbruch, ohne zusätzlichen manuellen Schritt. Was früher einen Umweg über den manuelle Upload oder eine separate E-Mail bedeutete, ist heute ein Teil des Workflows.

Das Ergebnis: Eine Kanzlei, die DocuWare konsequent in ihre Wolters Kluwer Welt und die Kanzleiprozesse integriert, arbeitet nicht mit einem Zusatztool – sie arbeitet mit einem durchgängigen System, das Dokumente, Prozesse und Mandantenkommunikation zusammenführt.

 

Möchtetest du noch ein paar weitere Informationen zum Thema DocuWare – klicke auf den Link drunter:

Das Fundament: Der Ablageplan

Ein DMS ist so gut wie der Plan dahinter. Wer ein System einführt, ohne vorher zu definieren, wer was wo und unter welchem Namen ablegt, hat am Ende keinen digitalen Aktenschrank – sondern ein digitales Chaos. Schneller gefunden als auf Papier? Fehlanzeige. Deshalb ist der Ablageplan die erste und wichtigste Entscheidung vor jeder DMS-Einführung. Nicht die Software. Nicht die Hardware. Der Plan.

Mit Vorlage rein – aber kanzleispezifisch angepasst

Wir kommen in jedes Kanzleiprojekt mit einer bewährten Vorlage. Der Ablageplan ist jedoch kein Einheitsprodukt – er wird gemeinsam mit der Kanzlei an die eigene Struktur, Akten, Mandanten und Arbeitsweise angepasst. Denn eine Kanzlei mit 5 Mitarbeitern denkt anders als eine mit 50.

Die Grundstruktur: Sachgebiet, Untersachgebiet, Detailgebiet

Die Hauptebene bildet das Sachgebiet, also die fachliche Einordnung eines Dokuments:

  • Einkommensteuer
  • Jahresabschluss
  • Finanzbuchhaltung
  • Verträge
  • … und weitere, je nach Kanzleiprofil hier gibt es selten richtig und falsch, es muss zur Kanzlei passen

Darunter kommt das Untersachgebiet, das die Struktur verfeinert. Und hier zeigt sich bereits die erste wichtige Entscheidung: Wie wird unterteilt?

Möglichkeit A: steuerrechtlich: Anlage KAP, Anlage V, Anlage N, Anlage G usw.

Möglichkeit B: dokumentenorientiert: Stammdaten, Belege, Anlagen, eigene Unterlagen usw.

Welcher Weg der richtige ist, hängt von der Kanzlei ab – von ihrer Spezialisierung, ihrer Teamstruktur, ihrer Mandantenstruktur. Diese Entscheidung ist keine Kleinigkeit. Sie prägt, wie intuitiv das System im Alltag funktioniert.

In komplexeren Fällen kommt noch eine dritte Ebene dazu: das Detailgebiet, das eine noch feinere Einordnung ermöglicht.

Ein großer Vorteil im Wolters Kluwer Umfeld: Die Ablagestruktur lässt sich in AKTE direkt an die bestehende Aktenstruktur der Mandanten binden und nahtlos erweitern, das macht die Einführung deutlich weniger abstrakt und für das Team greifbarer. ADDISON kennt diese darstellung leider nicht.

 

Die entscheidenden Felder im Dokument

Neben der Ordnerstruktur sind es die Indexfelder, die ein DMS wirklich suchbar und nutzbar machen. Diese Felder befüllen Mitarbeiter beim Ablegen – und genau deshalb müssen sie so einfach und klar sein, dass keine langen Schulungen nötig sind:

  • DokTyp – der Dokumententyp: Bescheid, Brief, E-Mail, Vertrag, Rechnung usw.
  • Jahr – der Jahresbezug für die zeitliche Einordnung
  • Bezeichnung – die individuelle Benennung des Dokuments
  • und viele weitere Kontextbezogene Felder, die hier den Rahmen sprengen würden

Das neue Schlüsselfeld: „Relevant für“

Ein besonders mächtiges Werkzeug ist das Feld „Relevant für“, ein Stichwort-Tagging-Feld, das Querverbindungen zwischen Dokumenten und Prozessen schafft.

Konkret: Ein Vertrag liegt im Sachgebiet Verträge – wird aber gleichzeitig mit dem Tag „Jahresabschluss dauerrelevant“ versehen. So taucht er automatisch in jedem Jahresabschlussprozess auf, ohne doppelt abgelegt werden zu müssen. Oder der die Instandhaltung der Küche im Vermietungsobjekt, was über 3 Jahre benötigt wird. Ein Dokument, mehrere Kontexte.

Wer bisher mit DATEV DMS gearbeitet hat und die Logik der Vorgangsmappen kennt, wird sich hier sofort zuhause fühlen. Das Feld „Relevant für“ bildet genau dieses Konzept nach – und macht den Wechsel zu DocuWare für DATEV-Kanzleien deutlich leichter als oft befürchtet.

 

Der häufigste Fehler: zu spät damit anfangen

Der Ablageplan muss stehen, bevor das erste Dokument ins System wandert. Wer die Struktur nachträglich anpassen will, kämpft gegen tausende bereits abgelegte Dokumente – und gegen eingeschliffene Gewohnheiten im Team. Ein investierter Tag in die Planung spart Monate der Korrektur.

Die Standard-Workflows in der modernen Steuerkanzlei

Ein DMS ohne Workflows ist ein digitaler Aktenschrank. Nützlich, aber nicht transformativ, wie DATEV DMS. Der echte Mehrwert entsteht, wenn Prozesse nicht mehr im Kopf einzelner Mitarbeiter leben, sondern im System abgebildet sind. Nachvollziehbar. Steuerbar. Unabhängig davon, wer gerade im Büro ist.

In jedem Kanzleiprojekt starten wir mit einem festen Kern an Standardprozessen – erprobt, direkt umsetzbar und sofort wirksam. Natürlich auch für wechselnde Kanzlei, die ihre alten Prozesse neu strukturieren wollen.

Bescheidprüfung

Der Bescheid kommt per Post oder digital via DIVA direkt ins System. Er landet automatisch im richtigen Mandanten, Posteingang ist erstellt, Frist am Eintrag und wird dem zuständigen Sachbearbeiter zugewiesen, ohne manuelle Zwischenschritte. Der Sachbearbeiter prüft den Bescheid gegen die Berechnung, die per Verlinkung aufgerufen wird aus DocuWare, wobei ein Zahlentechnischer Abgleich gegen den eBescheiddatensatz schon passiert ist und entscheidet:

  • Alles in Ordnung → Der Bescheid wird zur Weiterleitung freigegeben. Der Versand an den Mandanten erfolgt entweder direkt durch den Sachbearbeiter oder wird ans Sekretariat übergeben, je nach Kanzleiorganisation. Über Addison OneClick landet der Bescheid direkt im Mandantenportal.
  • Abweichung festgestellt → Der Sachbearbeiter bereitet den Einspruch vor und spielt ihn dem Berater zur Freigabe zu. Erst nach dessen Freigabe geht der Einspruch raus. Kein Einspruch ohne Vier-Augen-Prinzip, das System erzwingt es.

Fristen laufen nicht mehr im Kopf einzelner Mitarbeiter, dem langsamen Fristenbuch in der Software oder immer noch analog auf Schreibtischen. Sie laufen im System. Und das System erinnert auch per E-Mail.

Posteingangsworkflow

Post kommt rein, ob physisch eingescannt oder digital via DIVA. Das Dokument wird dem richtigen Mandanten zugeordnet und landet beim Sachbearbeiter zur Sichtung. Dieser bewertet, bearbeitet oder antwortet: Muss der Mandant informiert werden? Wenn ja, geht eine digitale Kopie raus, per E-Mail oder über Addison OneClick. Wenn nein, wird der Vorgang direkt erledigt und ist bereits strukturiert abgelegt. Kein Zettel, der verloren geht. Kein Vorgang, der auf dem falschen Schreibtisch landet. Und kein Kollege, der gefragt werden muss, was mit dem Brief passiert ist.

Unterschriften (intern)

Ein Brief wird digital erstellt, in AKTE oder ADDISON, in Word, wie gewohnt, im Originalformat archiviert sowie dokumentiert bearbeitbar und direkt dem Berater oder Partner zur Unterschrift zugespielt, ganz ohne Ausdruck.

Die Unterschrift erfolgt per digitalem Stempel mit hinterlegtem Unterschriftenbild. Kein Drucker, kein Scan, kein Rückweg über den Schreibtisch. Anschließend geht der Brief automatisch in den Versandprozess über, ob als Beilage zum Bescheid, als eigenständiges Schreiben als Upload in das Mandantenportal oder als Anhang der eNachricht an die Finanzverwaltung. Der gesamte Weg vom fertigen Brief bis zum Mandanten läuft im Workflow, ohne Medienbruch.

Wiedervorlage & Kenntnisnahme

Diese Workflows sind eigenständige Prozesse, die als eigener Baustein aus jedem anderen Prozess heraus gestartet werden können. Läuft ein Bescheid gerade durch die Prüfung und fällt dabei eine offene Frage auf? Wiedervorlage direkt aus dem Workflow heraus, mit Frist und Kontext. Kommt ein wichtiges Dokument rein, das ein Partner oder Mitarbeiter zur Kenntnis nehmen soll? Kenntnisnahme per Klick. Die Aufgabe landet beim richtigen Mitarbeiter, ist nachverfolgbar und verschwindet erst, wenn sie wirklich erledigt ist. Nichts geht mehr unter.

Telefonnotiz & Beratungsnotiz

Aus einem Mandantengespräch entsteht ein strukturiertes Formular, direkt in DocuWare erfasst, dem Mandanten zugeordnet, mit Datum und Gesprächsinhalt. Daraus generiert der Workflow automatisch eine Aufgabe für den zuständigen Mitarbeiter, mit Frist und Nachverfolgung. Was früher als handgeschriebener Zettel auf dem Schreibtisch lag oder als halbfertige E-Mail im Entwurfsordner schlummerte, ist jetzt ein nachvollziehbarer, abschließbarer Vorgang. Beratungsleistung wird dokumentiert und das schützt im Zweifel auch die Kanzlei selbst.

 

Möchtest du noch mehr zum Thema: Digitalisierung in der Steuerkanzlei erfahren klicke auf den Link:

 

Einführung Schritt für Schritt: So läuft ein Kanzleiprojekt

Eine DMS-Einführung ist kein Software-Rollout. Es ist ein Organisationsprojekt und wie jedes gute Projekt braucht es eine klare Struktur, realistische Erwartungen und einen Partner, der weiß, wo die Stolperstellen liegen.

So sieht unser Vorgehen in der Praxis aus.

Schritt 1: Vorbereitung mit dem Workbook

Bevor das erste Meeting stattfindet, bekommt die Kanzlei ein strukturiertes Workbook an die Hand. Darin enthalten: eine verständliche Einführung in DocuWare, Erklärungen zu Grundbegriffen wie Indexfeldern, Archiven und Modulen sowie Muster aus anderen Kanzleien – damit niemand bei null anfangen muss.

Das Workbook enthält außerdem:

  • Musterstrukturen für Sachgebiete und Untersachgebiete zum Anpassen und Übernehmen
  • Einen Beispiel-Ablageplan als Ausgangsbasis zur Erweiterung
  • Eine Prozessplanungs-Vorlage in Excel – um aktuelle Workflow-Ideen zu sammeln, zu priorisieren und langfristig weiterzuentwickeln

Dieser erste Schritt hat einen klaren Zweck: Die Kanzlei soll vorbereitet und mit einer eigenen Meinung ins Projekt starten – nicht mit einem weißen Blatt Papier.

 

Schritt 2: Systemaufbau und Basiskonfiguration

Das System wird bereitgestellt, entweder als Cloud-Installation, bei der die Umgebung schnell erstellt ist, oder als lokale Installation auf der Kanzlei-Infrastruktur. Anschließend beginnt die Basiskonfiguration: mehrere Archive, Dialoge, Workflows und Integrationen werden teils importiert, teils individuell konfiguriert.

Das ist keine Arbeit, die die Kanzlei selbst leisten muss, sie profitiert hier von bewährten Vorlagen und Konfigurationen, die wir über viele Projekte hinweg weiterentwickelt haben.

 

Schritt 3: Abstimmungszyklen mit dem Test-Team

Ab jetzt beginnt die eigentliche Zusammenarbeit. In kürzeren, fokussierten Meetings werden erste Konfigurationen vorgestellt, gemeinsam geprüft und angepasst. Ein kleines Test-Team aus der Kanzlei, erfahrene Mitarbeiter, die die Prozesse kennen, geben Feedback, probieren erste Workflows aus und helfen dabei, die Konfiguration kanzleispezifisch zu schärfen.

Dieser Zyklus ist bewusst iterativ. Manche Kanzleien brauchen zwei Runden, andere fünf, je nachdem, wie komplex die Anforderungen sind und wie viel intern schon klar definiert ist. Das ist kein Problem, sondern Teil des Prozesses.

 

Schritt 4: Die Kanzleischulung

Wenn die Konfiguration steht, folgt die Schulung des gesamten Teams, strukturiert in zwei Hälften:

Vormittags wird das System in der Gesamtheit gezeigt: die Integration in AKTE oder Addison, die Bedienung des WebClients, die wichtigsten Workflows. Jeder versteht, wie die Teile zusammenhängen und warum die Struktur so aufgebaut ist wie sie ist.

Nachmittags gehört den Mitarbeitern. Betreutes Klicken am eigenen Arbeitsplatz, echte Dokumente, echte Abläufe, echte Fragen. Dieser Teil ist erfahrungsgemäß der wertvollste: Was im Vortrag abstrakt klingt, wird am Nachmittag konkret und bleibt hängen, wenn der erste Bescheid auf einmal in den Aufgabe auftaucht.

 

Schritt 5: Einlaufphase und Begleitung

Nach dem Go-Live braucht jede Kanzlei Zeit, um im System anzukommen. Erfahrungsgemäß sind ein bis drei Monate realistisch, um Sicherheit im Alltag zu gewinnen. In dieser Phase bieten wir regelmäßige kurze Telcos im zwei- bis dreiwöchigen Turnus, kein großer Aufwand, aber ein wichtiger Anker, um offene Fragen zu klären, bevor sie sich festsetzen.

 

Schritt 6: Folgetermin und nächste Ausbaustufe

Nach drei bis sechs Monaten folgt ein strukturierter Folgetermin. Die Kanzlei hat jetzt echte Erfahrungen gesammelt, sie weiß, was gut funktioniert, was angepasst werden sollte und welche weiteren Prozesse als nächstes sinnvoll sind. Hier werden die nächsten Workflows geplant, Verbesserungen eingebaut und der langfristige Fahrplan konkretisiert.

Ein DMS-Projekt hat kein wirkliches Ende – es hat immer eine nächste Ausbaustufe. Und das ist gut so.

Stolperfallen: Wo es in der Praxis schiefläuft

Die häufigsten Probleme bei einer DMS-Einführung sind selten technischer Natur. Sie entstehen früher in der Planung, oder genauer gesagt: im Fehlen davon.

 

Die mit Abstand größte Stolperfalle ist ein fehlender oder nicht konsequent durchgesetzter Ablageplan. Wenn jeder Mitarbeiter Dokumente nach eigenem Ermessen ablegt, entsteht im digitalen System dasselbe Chaos wie vorher auf Papier, nur unsichtbarer und schwerer zu korrigieren. Wer später aufräumen muss, kämpft gegen tausende falsch abgelegte Dokumente und gegen eingeschliffene Gewohnheiten. Das kostet Zeit, Nerven und vor allem eines: die Akzeptanz im Team. Und ohne Akzeptanz stirbt jedes DMS-Projekt, egal wie gut die Software ist.

 

Die zweite große Falle ist zu viel auf einmal. Wer alle Workflows gleichzeitig einführen will, überfordert das Team und sich selbst. Lieber mit einem soliden Kern starten und konsequent ausbauen.

 

Zu den Stolperfallen ließe sich ein eigener Artikel schreiben, denn jede Kanzlei hat ihre eigenen. Aber eine Regel gilt immer: Struktur zuerst. Alles andere danach.

Fazit: Wer jetzt noch wartet, verliert

Ein DMS einzuführen bedeutet nicht, ein neues Tool anzuschaffen. Es bedeutet, die Art wie eine Kanzlei arbeitet, grundlegend zu modernisieren – mit Struktur, mit klaren Prozessen und mit einem System, das den Alltag entlastet, statt ihn zu verkomplizieren.

 

Die Finanzverwaltung ist längst digital. Die Mandantenerwartungen sind es auch. Und die Kanzleien, die heute mit durchdachten Workflows, digitalem Posteingang und strukturierter Ablage arbeiten, haben einen klaren Vorsprung in Effizienz, Qualität und in der Außenwirkung.

 

Eine Kanzlei, die 2026 noch kein DMS hat, ist schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig. Es ist, als würde das Fax noch das Hauptkommunikationsmittel sein und die Post noch mit berittenem Reiter zugestellt werden.

 

Der erste Schritt muss kein großer sein. Aber er muss gemacht werden.

Du willst wissen, wie eine DMS-Einführung in deiner Kanzlei konkret aussehen könnte? Dann lass uns sprechen. Wir bringen die Erfahrung aus vielen Kanzleiprojekten mit – und das Workbook liegt schon bereit.

Präsentation vereinbaren

Mail: team [ at ] digi2work . de

Tel.: 08232 – 995 22 590

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